BILANZ UND MOTIVATION

Ulrich Knickrehm
Bürgermeisterkandidat Ulrich Knickrehm

Ich hoffe, es ist mir gelungen, Ihr Bürgermeister zu sein, ansprechbar und bürgernah. Denn es war und ist mir ein großes Anliegen, für meine Gocherinnen und Gocher da zu sein, weil mir etwas an den Menschen, ihren Geschichten und ihren Schicksalen liegt. Regelmäßig habe ich für Sie Bürgersprechstunden durchgeführt. So haben Sie die Gelegenheit bekommen, unbefangen mir Ihre Anliegen vorzutragen, um die ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten gekümmert habe. Seit zwei Jahren halte ich zusätzlich einmal monatlich eine Onlinesprechstunde ab, in der ich Ihre Fragen online beantworte.

Als Ihr Bürgermeister komme ich, wenn es eben möglich ist, allen Einladungen zu Festen, Brauchtumsveranstaltungen, Vereinsversammlungen und hohen runden Geburtstagen oder Hochzeiten nach. Ich tue dies sehr gerne und ich habe mit Ihnen, liebe Gocherinnen und Gocher viele interessante Gespräche geführt. Diese Anregungen habe ich dann mitgenommen und versucht, in der täglichen Arbeit umzusetzen. Oft ist mir dies gelungen, im Kleinen wie auch bei größeren Maßnahmen. Im einzigartigen Gocher Karneval feiere ich gerne mit. Ich bewundere und schätze das ehrenamtliche Engagement Tausender Karnevalisten, die unsere Stadt mit ihren Sitzungen, Veranstaltungen, dem Rathaussturm, der Prinzenkür, dem Prinzentreffen und dem Rosenmontagszug in jedem Jahr zu einer fröhlich feiernden Stadt und Karnevalshochburg am Niederrhein machen.

Ich habe Ihnen vor fünf Jahren versprochen, mich für die wirtschaftliche Gesundung unserer stark verschuldeten Stadt einzusetzen. Dies ist mir gelungen. Konsequent habe ich während der letzten fünf Jahre ausschließlich ausgeglichene Haushaltspläne in den Rat eingebracht, also wie versprochen, nicht mehr Geld ausgegeben, als wir hatten. Dies hat sich bezahlt gemacht.  Heute stehen wir viel besser da als vor fünf Jahren: wir haben unsere Kassenkredite um 6 Mio. € abgebaut, nämlich von rd. 21,5 Mio. € auf 15,5 Mio. €. Gleichzeitig haben wir eine Ausgleichsrücklage von 8,89 Mio. € angespart und damit ein finanzielles Polster für schlechtere Zeiten geschaffen. Und es ist mir nach meiner Kündigung der alten Verträge gelungen, die Müllgebühren in Goch endlich auf ein erträgliches Maß zu senken, nachdem wir hier jahrzehntelang zu den teuersten Kommunen in NRW gehörten.

Die letzten fünf Jahre habe ich genutzt, um auch meine weiteren Wahlversprechen zu erfüllen und den jahrelangen Stillstand in unserer Stadt zu beenden. Neue Projekte haben unsere Stadt vorangebracht. Dabei habe ich versucht, Förderungen durch Landes- und Bundesmittel zu erhalten. Dies ist in nicht wenigen Fällen – teilweise in Millionenhöhe – auch gelungen. Hierzu in Stichpunkten:

Die Dörfer haben eine deutliche Aufwertung und Wertschätzung erfahren. Viele Millionen Euro sind in den letzten Jahren in Projekte in den Ortsteilen geflossen. An allen Schulstandorten hat es Umbauten und Sanierungen gegeben, derzeit werden in den Grundschulen in Pfalzdorf und in Asperden Sanierungs- bzw. Erweiterungsarbeiten durchgeführt. Für die Nachfolgenutzung der ehemaligen St.Martin-Hauptschule ist gesorgt, sie wird künftig unsere Volkshochschule beherbergen, nachdem sie – gefördert durch das Land NRW mit einem Millionenbetrag – für ihre Zwecke umgebaut ist. Zur Versorgung der Pfalzdorfer mit dringend benötigten Kindergartenplätzen haben wir die Neuerrichtung des Kindergartens „I.Pünktchen“ geplant, den ein Investor für die Elterninitiative gebaut hat. Und wir haben der Pfalzdorfer Alemannia einen seit Jahren gehegten Wunsch erfüllt und den lange sanierungsbedürftigen Tennenplatz durch einen modernen Kunstrasenplatz ersetzt. Und damit auch die Leichtathleten gute Trainingsmöglichkeiten haben, wird auch die Laufbahn erneuert.

In Asperden wird der Kindergarten um eine Gruppe erweitert, die Grundschule bekommt eine neue Mensa. Dank Marcel Lück vom BFG ist endlich der Radweg an der Triftstraße Richtung Nettomarkt ausgebaut und zudem durch die Dorfgemeinschaft mithilfe des vom BFG initiierten Programms „Gemeinsam besser leben“ ein neuer Spielplatz entstanden.

Das Feuerwehrgerätehaus in Hommersum wurde mit einem funktionellen Anbau versehen. Apropos Feuerwehr: Unsere freiwillige Feuerwehr mit Stadtbrandinspektor Binn an der Spitze leistet hervorragende Arbeit, ist personell und fachlich bestens aufgestellt und verfügt über einen modernen und leistungsfähigen Fuhrpark, der in den vergangenen Jahren konsequent erneuert wurde und in diesem Jahr um ein neues Drehleiterfahrzeug ergänzt werden wird.

Dem Wunsch der Hülmer Dorfgemeinschaft nach einem Dorfhaus bin ich gerne nachgegangen. Ich bin überzeugt, dass Dörfer einen Kristallisationspunkt haben müssen, an dem Dorfleben stattfinden kann. Durch die Schließung des letzten Gasthauses in Hülm gab es keinen Versammlungsort mehr. Mit der sehr aktiven Dorfgemeinschaft wurde mehr als ein Jahr diskutiert, Pläne geschmiedet und nach Lösungen gesucht. Nun steht fest: die Hülmer erhalten ein eigenes Dorfhaus in den Räumen der Alten Schule, gefördert auch mit Geldern des Landes NRW. Und gleich vor der Türe wird Platz für das Kirmeszelt sein. Ich bin sehr gespannt, wie es werden wird. Die Feuerwehr, die die alte Schule derzeit noch teilweise nutzt, bekommt ein neues Gerätehaus gleich an der Hülmer Straße gelegen.

Diese Beispiele zeigen: es wird etwas für unser Dörfer getan, und es tut sich auch etwas!

Die Digitalisierung der Dörfer ist mir wichtig. Den geförderten Ausbau der unterversorgten Gebiete unterstützt die Stadt Goch mit einem Eigenanteil von rund 800.000 €. Den privaten Ausbau wollen wir gemeinsam mit der Deutschen Glasfaser in zahlreichen Bereichen unserer Dörfer vorantreiben. Die Dörfer sollen technisch nicht abgehängt werden. In Bereichen von Pfalzdorf, Hassum, Kessel, Asperden und Kessel wird der Glasfaserausbau zeitnah erfolgen.

Auch in der Innenstadt geht es in Goch voran. Die evangelische Kirche baut mit Unterstützung der Stadt ein neues Gemeindezentrum. So wird unser Marktplatz ein neues, attraktives Gesicht durch ein Gebäude erhalten, das sich harmonisch zwischen Kirche und Rathaus einfügt. Auf der anderen Seite des Rathauses geht es endlich mit dem Haus zu den fünf Ringen weiter. Dieses älteste und schönste Patrizierhaus der Stadt, das sich seit vielen Jahren im Eigentum der Stadt befindet, wird endlich wieder mit Leben gefüllt. Zusammen mit dem Heimatverein haben wir ein Nutzungskonzept entworfen. Das historische Haus wird bald unser Archiv beherbergen, aber auch den Heimatverein und unsere Touristeninformation, eine Nutzung, die das Land NRW überzeugt hat, so dass es den erforderlichen Umbau zum größten Teil fördern wird.

Die Bebauung des Klosterplatzes war in Goch ein großes Thema. Hier will ein großes weltweit tätiges Unternehmen seinen repräsentativen Firmensitz bauen. Der Rat hat dieses Vorhaben in den letzten Jahren unterstützt. Auch wenn die Baupläne von diesem Unternehmen aufgrund firmeninterner Überlegungen zur Zeit zurückgestellt sind: Ich halte an diesem Projekt fest und hoffe, dass es Wirklichkeit wird. Es wird unsere Innenstadt entscheidend neu prägen, gestalten und beleben. Der Klosterplatz war in der Geschichte unserer Stadt stets bebaut; für einen Parkplatz ist dieser – wie im übrigen auch der Marktplatz – viel zu schade.

Vor fünf Jahren habe ich versprochen, der Entwicklung des ehemaligen Geländes der Reichswaldkaserne besonderen Stellenwert zu geben. Damals stand dort gerade einmal ein Neubau. Eine geänderte, konsequente Vermarktungsstrategie und die zügige Fortsetzung der planungsrechtlichen Grundlagen für die neuen Bauabschnitte haben schnell einen neuen, attraktiven Stadtteil entstehen lassen. Dazu gehörte auch, einen Namen für das neue Gebiet zu finden. Neu-See-Land, das Ergebnis eines Bürgerwettbewerbes, von der CDU heftig kritisiert und Anlass für eine Sondersitzung des Rates, hat mittlerweile Einzug in den ständigen Sprachgebrauch in unserer Stadt gefunden und hat sich als erstklassiger Vermarktungsnamen erwiesen. Und ich habe dafür gesorgt, dass mit dem Neubau des ALDI-Marktes am Ostring auch die nahe Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt ist. Neu-See-Land soll auch Heimat für die erweiterte Jugendarbeit in Goch werden. Neben dem jetzigen Bau des Jugendzentrums Astra soll ein Neubau entstehen, mit dem die Jugendarbeit in der Stadt einen erweiterten Stellenwert erhält. Hierfür sind im laufenden Haushalt fast 1,4 Mio € veranschlagt, auch für diese Maßnahme hoffen wir auf die beantragte Förderung durch das Land NRW.

Schließlich ist auch endlich der Ringschluß vertraglich unter Dach und Fach. Die Verträge mit allen Beteiligten sind unterzeichnet und sehen den Baubeginn für das Jahr 2025 vor. Diejenigen, die meinen, das dauere zu lange, sollten sich an die eigene Nase fassen und fragen, warum sie den Ringschluß über Jahre auf die lange Bank geschoben haben. Auch diese Maßnahme wird vom Land und Bund zum größten Teil gefördert, die Förderbescheide liegen vor.

Das Bild unserer Stadt hat sich positiv verändert. In den Fußgängerzonen laden neue Bänke zum Verweilen ein, Beete und Baumscheiben in der Innenstadt sind bepflanzt und werden gepflegt. Blumenschmuck im Sommer trägt zu einem bunten und harmonischen Straßenbild bei. Der WDR hat in seiner Lokalzeit vor einigen Wochen Dave Hansel mit dem Fahrrad Goch besuchen lassen. Sein Fazit: Goch finde ich schön. Das wollen wir uns durch noch so viel Wahlkampfgetöse nicht kaputt machen lassen.

Gewerbeansiedlungen von Großunternehmen in unserem Bereich haben der Bürgermeister von Weeze, Ulrich Franken und ich durch die von uns vorangetriebene Gründung des gemeinsamen Gewerbegebietes Weeze Goch erstmals möglich gemacht. Auf 51 ha Fläche können wir Unternehmen ansiedeln, die für unsere Kommunen qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze bieten. Dies geht nicht mit der Brechstange und bedarf auch planungsrechtlich viel Vorarbeit. Aber wir sehen einer ersten Ansiedlung, einem großen Möbelmarkt mit mehr als 25000 qm Verkaufsfläche, zuversichtlich entgegen. Planungsrechtliche Bedenken haben wir ausgeräumt, die weiteren planungsrechtlichen Schritte werden wir noch in dieser Ratsperiode gehen.

Die Digitalisierung schreitet in unserer Stadt voran. Zuletzt habe ich gegen den Widerstand der CDU eine Digitalisierungsabteilung im Rathaus eingerichtet. Unsere Schulen haben bereits oder erhalten schnellstmöglich modernste Technik, Verkabelungen und WLAN-Netze, die den Betrieb und den Einsatz von digitalen Medien erst ermöglichen. Die hierzu bestehenden staatlichen Förderprogramme haben wir in vollem Umfang ausgeschöpft. Der Ausbau des Glasfasernetzes, den ich vorangetrieben habe, steht an, nicht nur im geförderten Ausbau, sondern auch im privatwirtschaftlichen Bereich.

Dies sind nur einige Beispiele, die aber zeigen: Es bewegt sich vieles in der Stadt. Und wer mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, wird dies bestätigt sehen. Und wenn Sie sich meine Wahlkampfbroschüre aus dem Jahr 2015 ansehen, werden Sie feststellen: ich habe Wort gehalten.

Ich bewerbe mich darum, noch für weitere fünf Jahre Ihr Bürgermeister sein zu dürfen. Der neue Kurs in Goch nach jahrelanger CDU Misswirtschaft hat sich als erfolgreich erwiesen.  Deshalb will ich ihn fortsetzen. Gerne möchte ich all das, was ich schon begonnen und auf den Weg gebracht habe, zu Ihrem Gemeinwohl fortführen. Die Erfahrungen aus meiner früheren beruflichen Tätigkeit als Richter haben es mir erleichtert, Entscheidungen zu treffen und diese auch dann, wenn sie einmal unangenehm sind, zu verkünden und durchzusetzen. Schwerpunkte in den nächsten Jahren werden sein, das neue Gewerbegebiet aufzubauen und auch im Stadtgebiet neue Ansiedlungen zu erreichen. Hiermit geht die Schaffung von Arbeitsplätzen einher. Wir werden digital. Unsere Verwaltung, unsere Schulen und öffentlichen Einrichtungen werden vernetzt. Umwelt und Klimaschutz liegen mir am Herzen. Ich möchte die Lebensgrundlage für die kommende Generation, für unsere Kinder schaffen. Die Kunst und Kulturangebote möchte ich erhalten. Das während meiner Amtszeit erarbeitete Radverkehrskonzept möchte ich ebenso vorantreiben wie die Neugestaltung des Marktplatzes, der für das Abstellen von Autos viel zu schade ist. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt. Und ich möchte den Kurs der wirtschaftlichen Gesundung unserer Stadt konsequent fortsetzen, denn nur eine finanziell gesunde Stadt kann die Aufgaben der Zukunft meistern.

Bis vor wenigen Monaten, bis Anfang März, erschienen unser Leben und unsere Welt überschaubar, planbar. Seit dem Beginn der Coronakrise hat sich dies für uns alle geändert, sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich. Keiner von uns weiß sicher, wie es in den nächsten Monaten vor und nach der Wahl weitergehen wird. Keiner weiß, welche Herausforderungen auf uns warten. Wir wissen aber auch, dass wir als starkes Gemeinwesen in der Lage sind, Krisen zu meistern. Die Gocherinnen und Gocher haben sich während der Coronakrise bis auf wenige Ausnahmen verständig, kooperativ und diszipliniert gezeigt. Wir haben in Goch durch strikte und rigide Maßnahmen erreicht, dass trotz der vielen bei uns wohnenden Arbeiter in der niederländischen Schlachtindustrie und einiger dort verzeichneter Infektionsfälle in unserer Stadt kein Infektionshotspot entstanden ist. Das macht uns zuversichtlich. Lassen Sie uns gemeinsam in eine gute Zukunft blicken.

Mit Ihnen, liebe Gocherinnen und Gocher möchte ich in die nächsten fünf Jahre gehen. Dafür benötige ich Ihre volle Unterstützung! Und ohne Mehrheit im Rat lassen sich noch so gute Ideen und Vorsätze nicht sicher verwirklichen. Deshalb werbe ich dafür: Geben Sie ihre Stimme auch meinen Freunden vom BürgerForum Goch, dem BFG.

Es ist Zeit für eine neue Mehrheit.